Wir leben eine Pädagogik der
Vielfalt, welche sich an den Ressourcen
eines jeden Kindes orientiert.
Dies beinhaltet, dass alle Kinder in der Gemeinschaft miteinander und voneinander lernen, Spaß
haben, spielen, sich an neuen Sachen ausprobieren und sich Herausforderungen stellen. Dabei
ist uns wichtig, dass sich jeder mit seinen Stärken und Schwächen angenommen und wohl
fühlt. Wir schaffen Rahmenbedingungen um jedem Kind eine Teilhabe am Gruppengeschehen
zu ermöglichen. Dabei steht für uns die Förderung von größtmöglicher Selbständigkeit und
eine wirkungsvolle Integrität im Vordergrund.
Dieses Bedarf einer intensiven Begleitung aller Mitarbeiter als auch die Zusammenarbeit mit den Eltern und Institutionen mit denen wir als Familienzentrum eine Kooperation leben.
Uns steht hierfür ein gesonderter Raum zur Verfügung in dem Frühförderung, Logo- und Ergotherapie stattfinden kann. Dieses Angebot bedeutet auch eine Erleichterung für Berufstätige Eltern.
Inklusion und pädagogische Grundhaltung
1. Unser Leitbild: Anpassung der Strukturen
Inklusion bedeutet für uns, Rahmenbedingungen zu schaffen, die es allen Kindern ermöglichen, von Anfang an ein wertvoller Teil der Gemeinschaft zu sein.
Unsere pädagogische Grundhaltung lautet: Wir passen Strukturen an die Bedürfnisse der Kinder an – nicht umgekehrt. Kinder sollen sich nicht an starre Abläufe anpassen müssen, sondern Unterstützung in einem Umfeld finden, das ihre individuellen Voraussetzungen berücksichtigt.
Grundlage unseres Handelns ist dabei auch der gesetzliche Anspruch auf Teilhabe und Unterstützung gemäß § 35a SGB VIII. Kinder, deren seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für ihr Lebensalter typischen Zustand abweicht und deren Teilhabe am gesellschaftlichen Leben beeinträchtigt ist oder beeinträchtigt zu werden droht, haben Anspruch auf Eingliederungshilfe.
Wir verstehen diesen Auftrag als Verpflichtung, Kindern mit besonderem Unterstützungsbedarf einen geschützten, wertschätzenden und teilhabeorientierten Bildungs- und Lebensraum zu bieten. Die notwendige Unterstützung kann dabei – je nach individuellem Bedarf – in enger Zusammenarbeit mit Familien, Fachkräften, therapeutischen Angeboten sowie weiteren Unterstützungsformen erfolgen.
2. Vielfalt der Wahrnehmung und Neurodivergenz
Wir erkennen an, dass Kinder – einschließlich Kinder mit körperlichen, geistigen oder seelischen Beeinträchtigungen – Informationen, Reize und soziale Situationen unterschiedlich wahrnehmen und verarbeiten. Verhaltensweisen, die davon abweichen, was als „typisch“ gilt, verstehen wir häufig als Ausdruck einer anderen Wahrnehmungsverarbeitung, eines erhöhten Reizniveaus oder eines Bedürfnisses nach Selbstregulation.
Rückzug, Wiederholungen oder sogenannte „stereotype Handlungen“ („Stimming“) bewerten wir daher nicht als Störung, sondern als Strategien zur Stressreduktion und Selbstberuhigung, die wir akzeptieren, begleiten und – wenn nötig – behutsam unterstützen.
3. Umsetzung im Alltag: Raumgestaltung und individuelle Wege
Um Reizüberflutung vorzubeugen und Kindern Sicherheit zu geben, gestalten wir unsere Räume bewusst:
- Rückzugsorte im Innen- und Außenbereich
In Form von Höhlen, Nischen oder geschützten Bereichen schaffen wir Möglichkeiten, sich zeitweise aus dem Gruppengeschehen zurückzuziehen. Diese Orte stehen allen Kindern zur Verfügung, die Ruhe benötigen, um neue Kraft zu sammeln oder Reize zu verarbeiten. - Akzeptanz individueller Lösungen („Sonderregeln“)
Wir verstehen individuelle Absprachen nicht als Bevorzugung, sondern als Voraussetzung für faire Teilhabe. Wenn ein Kind z. B. Kopfhörer, zusätzliche Pausen oder einen separaten Bereich benötigt, ermöglichen wir dies und erklären der Gruppe altersgerecht die Hintergründe. - Individuelle Förderung und Teilhabe
Unterstützung erfolgt bedarfsorientiert und orientiert sich an den Ressourcen und Bedürfnissen des einzelnen Kindes. Ziel ist es stets, eine größtmögliche Teilhabe am Alltag der Einrichtung zu ermöglichen.
4. Haltung gegenüber Kind und Eltern
Unsere Arbeit basiert auf einer wertschätzenden Annahme des jeweiligen Entwicklungsstandes:
Wir nehmen Kinder an, wie sie sind.
- Zeit und Entschleunigung
Wir geben Kindern die Zeit, die sie brauchen, um in der Einrichtung anzukommen, Beziehungen aufzubauen und sich zu entwickeln. Druck – etwa in der Eingewöhnung oder bei Entwicklungsschritten – vermeiden wir bewusst. - Partnerschaftliche Elternarbeit
Wir sehen Eltern als wichtige Partner:innen. Uns ist bewusst, dass Familien – insbesondere bei besonderem Unterstützungsbedarf – unterschiedliche Erfahrungen und Verarbeitungsprozesse mitbringen können.
Wir begegnen Eltern mit Empathie, Transparenz und fachlicher Offenheit. Im Mittelpunkt steht für uns stets die Frage:
„Was braucht das Kind, um sich wohlzufühlen und teilhaben zu können?“
Durch diese Haltung schaffen wir eine Umgebung, in der Verschiedenheit als Normalität verstanden und ein respektvolles Miteinander im Alltag gelebt wird.

