Wir sorgen dafür, dass die seelischen Grundbedürfnisse der uns anvertrauten Kinder befriedigt werden und sie die Zeit in ihrer Kindertageseinrichtung als Ort erleben in der wir mit Respekt und Wertschätzung aufeinander zugehen.

Schon zu Beginn des Tages, gestalten wir in unserem Haus die morgendliche Begrüßung bewusst sehr individuell und unterstützen das Kind bei diesem Übergang. Dabei beachten wir seine Körpersprache und gehen auf seine Bedürfnisse ein.
Gerade in der Pandemiezeit hat sich durch die Einschränkung vieles verändert: Da die Eltern die Einrichtung nicht betreten dürfen, ist es uns umso wichtiger, jedes Kind freundlich in Empfang zu nehmen, so dass es sich ohne die Begleitung der Eltern in der KITA, nach der Verabschiedung auf dem Außengelände, willkommen fühlt. Da wir in unseren Gruppen personell gut ausgestattet sind, haben wir die Verantwortungsbereiche aufgeteilt. Deshalb übernimmt eine Kollegin die Begrüßungssituation des Kindes auf Augenhöhe. Diese bedeutsame Situation ist geprägt durch Zuwendung, Ruhe und Freundlichkeit auch wenn die Eltern mal in Eile sind. Die Erzieherin sorgt somit für einen angenehmen Start in den KITA-Alltag. Je eine Kollegin begleitet mit Ruhe das Frühstück, eine andere ist im Bewegungsraum und eine Kollegin begleitet das beginnende Freispiel. Somit gewährleisten wir, dass jedes Kind durch eine Fachkraft ausreichend begleitet werden kann um seinen Bedürfnissen nachzugehen, damit es im Anschluss sich öffnen kann für Lernimpulse in allen Bildungsbereichen (frei zugängliche Lernmaterialien, Lerntabletts). Dies ist einleitend ein recht detailliertes Beispiel, um zu verdeutlichen, wie wir die Persönlichkeit der Kinder in unserer Einrichtung wertschätzen. Durch den eingeschränkten Regelbetrieb leistet jetzt jede Gruppe den Frühdienst. Der Übergang vom Elternhaus in die Stammgruppe wird von den Kindern, Eltern und Erziehern als sehr positiv erlebt. Daher werden wir, nach der Pandemie, die Dienstzeiten des Personals an den Bedarf anpassen. Bei der Erarbeitung unserer Willkommenskultur und anderen für das Kind bedeutsamen Prozesse, haben sich die einzelnen Gruppen, bedingt durch die Betreuungsverordnung während der Pandemie einerseits immer mehr aufeinander abstimmen müssen und andererseits sind sie immer autarker geworden. Dies hat sich positiv auf die Teambildung ausgewirkt.

Für uns ist die Qualität keine absolute, unveränderliche Größe, sondern abhängig von den Interessen und Bedürfnissen unserer Kinder und deren Eltern, sowie der gesellschaftlichen Entwicklung. Ebenfalls wir die pädagogische Arbeit regelmäßig konzipiert um an den resultierten Anforderungen an das FZ  anzupassen. Bildungsarbeit ist immer auch Bindungsarbeit. Sie geht auch über unser FZ hinaus, nämlich durch Vernetzung in unserem Sozialraum: Naheliegend und wertvoll ist für uns eine enge Zusammenarbeit innerhalb unseres Ortsteiles mit der Grundschule. Das gemeinsam entwickelte Lehrmaterial inklusive Übergabebogen fördert einen zielgerichteten Austausch indem auch die Eltern mit einbezogen werden. Mit dem Kindergarten stimmen wir Angebote und Termine ab. Einige Angebote sind für alle Familien zugänglich. Die Zusammenarbeit ist durch Videokonferenzen erweitert worden. Wir nutzen in unserem Sozialraum die umliegenden Einkaufsmöglichkeiten, den Zahnarzt, die Polizei, das Altenheim und die Gemeinde, damit die Kinder ihre Kontakte aufbauen und pflegen können. Zudem haben wir in unserem Haus ein bereicherndes, generationsübergreifendes Treffen in Form eines wöchentlichen Singkreises ins Leben gerufen, zu dem Eltern, Großeltern und Nachbarn eingeladen sind, was mit Freude und großer Teilnehmerzahl von allen Beteiligten wahrgenommen wird. Das angrenzende „Brinkmanns-Wäldchen“ als gern genutztes und unkompliziert erreichbares „Ausflugsziel“ ist immer wieder auch Begegnungsstätte mit Nachbarn und Anwohnern.
Ergänzt werden diese „Berührungspunkte“ durch eine engmaschige Vernetzung mit unseren Kooperationspartnern im Rahmen unseres Familienzentrums. Da wir in diesem Jahr die Re-Zertifizierung zum FZ erarbeitet haben, ist uns erneut bewusstgeworden, welchen Mehrwert die Weiterentwicklung von der KINDER-Tagesstätte zum FAMILIEN-Zentrum mit seinen familienbildenden Angeboten hat. Wir sind in unserem Sozialraum DER Ort, in dem die ganze Familie im Mittelpunkt steht und an dem unterschiedlichste, leicht zugängliche Bildungs- und Beratungsangebote entwickelt bzw. vermittelt werden, um so zur Stärkung der elterlichen Beziehungs- und Entwicklungskompetenz beizutragen. Hier werden sowohl vielfältige, universell präventive Angebote für alle Eltern angeboten, als auch Unterstützungsangebote für Familien in belasteten Lebenslagen z.B. durch Angebote der „Frühen Hilfe“. Die Möglichkeit, sich als Familienzentrum in erweiterten Netzwerken austauschen und entwickeln zu können nutzen wir auch als wertvolle Lernorte, dies macht uns erfolgreich und zufrieden und wirkt sich wiederum positiv auf die Qualität der Arbeit mit den Kindern und deren Familien im Sozialraum aus.
Um während der Pandemie mit den Eltern in Kontakt zu bleiben und um sie weiterhin in ihrer Rolle zu stärken, ist es uns wichtig unsere Bildungsangebote für sie nach wie vor zugänglich zu machen. So haben wir begonnen Kursangebote zu überarbeiten, um sie im Rahmen von Onlinekursen anbieten zu können. Die Teilnehmerzahlen und die Rückmeldungen haben uns positiv bekräftigt diese neuen Wege zu gehen.

Wenn wir möchten, dass sich diese Gesellschaft durch ein friedliches Miteinander, Gerechtigkeit sowie durch Möglichkeiten zur echten Teilhabe und Mitbestimmung auszeichnet, dann ist es unverzichtbar, Kindern schon ab der frühen Kindheit diese Werte zu vermitteln und durch Vorbildverhalten zu verinnerlichen. Denn durch ein Fühlen, Handeln und Denken erleben sie, wie ein partizipatorisches Miteinander funktioniert, wie es im Alltag aktiv umgesetzt werden kann und was alles dazu gehört. Sehr wohl ist uns bewusst, dass die Demokratiebildung ein gesetzlicher Auftrag ist, doch sind wir alle Kinder unserer Zeit. Seit 2015 arbeiten wir nachhaltig daran, es den Kindern in unserer Kindertageseinrichtung zu ermöglichen, Demokratie zu leben und zu lernen. Wir orientieren uns dabei an ihrem Entwicklungsstand, ihren Bedürfnissen und ihren Interessen. Wir entwickeln seit dieser Zeit eine partizipatorische Alltagsstruktur und werden so zu Lernorten der Demokratie. Als EntwicklungsbegleiterInnen sorgen wir für eine vertrauensvolle Atmosphäre, um das Kind zu ermutigen seine Anliegen und Beschwerden zu äußern. Die Morgenkreise, Treffen und Kinderkonferenzen geben ebenso Raum, um Ideen und Wünsche einzubringen, ihre Projektarbeit zu planen und zu reflektieren, sich an Abstimmungen zu beteiligen und Regeln für das Miteinander zu entwickeln. Die Überprüfbarkeit der Sinnhaftigkeit oder die Notwendigkeit von Veränderung der Regeln gehört zur stetigen gemeinsamen Arbeit mit den Kindern. Deshalb werden sie in einem Gruppenregelbuch festgehalten. Für die Eltern sind sie sichtbar, da situationsbezogene aktuelle erarbeitete Regeln durch Plakate mit Zeichnungen und Symbolen von den Kindern selbst gestaltet und aufgehängt werden. Grenzüberschreitende Verhaltensweisen und Äußerungen werden von den ErzieherInnen nicht toleriert. Bei der Gestaltung ihres Portfolios beteiligen sich die Kinder aktiv. Durch unterschiedliche Lerninteressen der Kinder und Mitgestaltungsmöglichkeiten wird das Portfolio, zu einem individuellen Buch des Kindes. Aufgrund der Pandemie sind leider gruppenübergreifende Aktivitäten im Innen- und Außenbereich die, die Kinder einfordern nicht möglich. So vermissen sie auch die regelmäßigen Besuche in den Kultureinrichtungen usw. Dieses Fehlen versuchen wir durch entsprechende Impulse in unserem Haus für die Kinder auszugleichen. Unser Qualitätsmanagement wird unterstützt durch die Begleitung der kommunalen Fachberatung und den Arbeitsmaterialien zum Thema Partizipation für die Kitapraxis „Demokratie von Anfang an“ (Deutsche Kinder- und Jugendstiftung) Die pädagogische Qualität unserer Arbeit wird dadurch systematisch und strukturiert reflektiert und schrittweise verbessert. Vielfältige Mitgestaltungsmöglichkeiten für die Kinder haben wir so etablieren können. 10 relevante Themenbereiche, aus dem Alltag von Kindertageseinrichtungen, werden anhand von Fragestellungen zum Ist-Stand der Beteiligung, zum Handlungsbedarf und zu den Entwicklungsmöglichkeiten von jeder einzelnen Fachkraft festgehalten, analysiert, weiterentwickelt und verschriftlicht. Im Anschluss erfolgt eine dialogische Auseinandersetzung im Team. Ziele, Maßnahmen, Verantwortlichkeit und eine Zeitschiene für die Umsetzung werden festgelegt. Ein Handout für alle am Erziehungsprozess Beteiligte wird erstellt und ausgelegt.

Für eine zielorientierte Weiterentwicklung der  Einrichtung ist die Qualitätsentwicklung als Teamprozess eine kontinuierliche Aufgabe. Da Qualität im Kopf beginnt und durch die Pandemie eine neue Organisation der Arbeitsprozesse erforderte, wurden unsere Teamsitzungen einmal wöchentlich sehr sinnvoll und effizient genutzt, damit wir den Informationsfluss sichern konnten. Eine gute Qualitätsentwicklung setzt eine fehlerfreundliche Haltung voraus, damit dieser gemeinsame Lernprozess aktiv von allen MitarbeiterInnen umgesetzt werden kann. Dabei ist die Motivation der MitarbeiterInnen als auch die der Leitung als Vorbild für die MitarbeiterInnen für die Qualitätsentwicklung wichtig, um ein professionelles, unverwechselbares Profil der Arbeit zu erreichen. Wir haben uns in unseren Teamsitzungen immer wieder mit der IST- Situation auseinandergesetzt und die SOLL-Situation als Ziele in vielen kleinen Schritten festgelegt. Unsere Teamentwicklung hat schon viele verschiedene Phasen durchlaufen (Orientierung,  Konfrontation, Organisation & Integration). So, wie wir als Team auch immer wieder von unseren Kindern lernen können, lernen wir auch als Team. Während der Pandemie haben wir die erforderlichen Maßnahmen und Umsetzungsschritte der neuen Herausforderung relativ schnell in unseren Arbeitsalltag integriert. Durch das Arbeitsmanagement, welches sich in der Organisation unserer Tagesstruktur als auch in unserem Zeitmanagement zeigt, ist es uns gelungen, schnell den Kontakt zu den Eltern durch andere Medien umzusetzen um weiterhin eine gute Beziehungsarbeit zu leisten. Hierbei arbeiten wir arbeitsteilig und mit klaren Aufgaben und Zuständigkeiten, um eine Überprüfung der Zielerreichung durchzuführen. So sprechen wir in kurzen Morgenbesprechungen ab, wer heute wo Elternkontakte per Telefonanruf führt und welcher  Raum störungsfrei genutzt wird, oder wer das Angebot für die Kinder erarbeitet und weitergibt. Uns hat es sehr geholfen, dass wir uns als Team über mehrere Jahre intensiv mit uns auseinander gesetzt haben. Uns der Aufgabe verpflichtet fühlen, ein professionelles und kompetentes Leben und Lernen zu unterstützen; mit sich, den KollegInnen, den Kindern und Eltern, der Öffentlichkeit und allen anderen beteiligten Personen unseres Hauses. Dabei wurden persönlich geprägte Wünsche im Unterschied zu fachlich geprägten Notwendigkeiten zurückgestellt und Gemeinsamkeiten gerade in der Pandemiezeit als neue Ziele formuliert und umgesetzt. Jede Mitarbeiterin zeigte dabei große Innovationsfreude, Engagement und Handlungseinsatz( z.B. wird per Zoom die Entspannung durchgeführt). Die Fachkräfte tragen Konflikte und widersprüchliche Erwartungen in fairer Form gemeinsam miteinander aus, leiten Klärungsprozesse ein und bemühen sich, für alle Anforderungen eine Lösung zu finden. (Anschaffung einer Kiga-App, um Infos weiterzugeben)
Unser Träger ist ebenfalls an der erfolgreichen Qualitätsentwicklung interessiert und steht uns jederzeit hilfreich zur Seite, wie z.B. Fortbildungsangebote, Bildungsurlaub, oder in pädagogischen Fragen durch eine Fachberatung, die regelmäßig zu Arbeitstreffen einlädt.
Unsere Leitung pflegt einen demokratischen Umgangsstil mit ihren MitarbeiterInnen, fördert die Teambildung, regt zu Fortbildungen an. Fordert aber gleichzeitig auch Leistungsqualität und kontrolliert erledigte Aufgaben. Ihre Selbst-, Sach- und Sozialkompetenz, ihr Zeit- und Sozialmanagement, ihr strukturiertes und jederzeit geplantes Verhalten ist mit wesentlichen humanen Qualitäten vernetzt.
Ebenso verstehen sich die Fachkräfte als gleichwertige PartnerInnen und unterstützen sich gegenseitig bei schwierigen Aufgaben. So war es uns von Anfang an seit der Pandemie wichtig, mit allen Kooperationspartnern weiterhin im Kontakt zu bleiben und diesen zu intensivieren. Diese neuen gemeinsamen Herausforderungen strukturiert und systematisch um zusetzten hat uns gemeinsam Erfolge geliefert, die wir als außerordentlich positiv im Team erfahren haben. Dies wurde uns von Eltern, Großeltern, Nachbarn, Singkreispaten und Kooperationspartner immer wieder gespiegelt.